Demonstration für Bleiberecht in Innsbruck
Die
Bekundungen für ein Bleiberecht der Familie Magomedov in Österreich
dauern an. Nach einem Lichtermeer am Sonntag in Lienz demonstrierten am
Donnerstag zahlreiche Menschen vor dem Innsbrucker Landesmuseum.
Auch
Bischof Hermann Glettler und Soziallandesrätin Gabriele Fischer (die
Grünen) waren bei der Demonstration und sprachen sich für ein
Bleiberecht aus.
Der Vater der fünfköpfigen Familie aus Dagestan
wurde jedoch trotz vorangegangener Proteste am Dienstag von Lienz nach
Moskau abgeschoben. zahlreiche Menschen, auch aus Kirche und Politik,
hatten sich für die Familie eingesetzt.
ORF, 28.9.2018
Nach Abschiebung: Lichtermeer in Innsbruck
In Innsbruck ist für Donnerstagabend ein Lichtermeer für die mittlerweile getrennte Flüchtlingsfamilie Magomedov geplant. Die Abschiebung des Vaters zurück in seine Heimat sorgt inzwischen österreichweit für Empörung.
Vor allem in den sozialen Medien sorgt der Fall Magomedov immer noch für Aufregung. Trotz zahlreicher Fürsprecher wurde der Familienvater am Dienstag abgeschoben - mehr dazu in Innenminsterium bestätigt Abschiebung. Dort wird auch zum heutigen Lichtermeer in Innsbruck aufgerufen. Um 19.00 Uhr soll es eine friedliche Versammlung beim Tiroler Landesmuseum geben. Wer das Lichtermeer organisiert ist nicht bekannt.
Vater offenbar bei Verwandten in Moskau
Vertreter der Kirche haben ihr Kommen zugesagt. Ob Bischof Hermann Glettler persönlich erscheinen wird, hängt noch vom gedrängten Terminkalender ab. Er hat sich wie berichtet in einem Schreiben an das Bundesamt für Fremden und Asylrecht für die Familie eingesetzt - mehr dazu in Bischof bittet um Bleiberecht für Familie.
Magomed Magomedov soll mittlerweile bei Verwandten in Moskau untergekommen sein. Die Frau mit den Kindern ist untergetaucht. Die zahlreichen Unterstützer hoffen aber für sie, ein humanitäres Bleiberecht erwirken zu können. Hoffnung keimt sogar auf, dass im Falle einer Gewährung, Magomed Magomedov in 18 Monaten eine Familienzusammenführung beantragen könnte.
ORF, 27.9.2018
Sonntag, 30. September 2018
Donnerstag, 5. Juli 2018
Salzburg: Vorzeigelehrling kämpft gegen seine Abschiebung
Ali Wajid gilt als Vorzeigebeispiel für Integration in Salzburg - der Pakistani hat Deutsch gelernt, macht eine Lehre und hat sozialen Anschluss gefunden. Trotzdem soll er weg.
Salzburger Nachrichten, 2.6.2018
Neuer Abschiebungsbescheid für Wajid Ali
Der pakistanische Lehrling Wajid Ali ist noch immer im Kirchenasyl in der Erzabtei St. Peter. Gegen einen Bescheid der Fremdenpolizei zur Abschiebung des Flüchtling hatte dessen Anwalt berufen. Doch bereits am Dienstag erreichte Ali der nächste Bescheid.
ORF, 10.7.2018
Mehr zum Thema - Aktualisierung:
Droht Abschiebung? Druck auf Lehrling Ali Wajid in Salzburg steigt (3.10.)
Frist verstrichen - aber Lehrling Ali Wajid bleibt vorerst im "Kirchenasyl" (9.7.)
Neue Frist für Lehrling Ali Wajid in Salzburger "Kirchenasyl"
Vorzeigelehrling: Erzdiözese gewährt Kirchenasyl in St. Peter
Von der Abschiebung bedroht: Welle der Solidarität für Ali Wajid
Salzburg: Vorzeigelehrling kämpft gegen seine Abschiebung
Parade-Lehrling soll Österreich verlassen
Einander gesucht und gefunden
Salzburger Nachrichten, 2.6.2018
Neuer Abschiebungsbescheid für Wajid Ali
Der pakistanische Lehrling Wajid Ali ist noch immer im Kirchenasyl in der Erzabtei St. Peter. Gegen einen Bescheid der Fremdenpolizei zur Abschiebung des Flüchtling hatte dessen Anwalt berufen. Doch bereits am Dienstag erreichte Ali der nächste Bescheid.
ORF, 10.7.2018
Mehr zum Thema - Aktualisierung:
Droht Abschiebung? Druck auf Lehrling Ali Wajid in Salzburg steigt (3.10.)
Frist verstrichen - aber Lehrling Ali Wajid bleibt vorerst im "Kirchenasyl" (9.7.)
Neue Frist für Lehrling Ali Wajid in Salzburger "Kirchenasyl"
Vorzeigelehrling: Erzdiözese gewährt Kirchenasyl in St. Peter
Von der Abschiebung bedroht: Welle der Solidarität für Ali Wajid
Salzburg: Vorzeigelehrling kämpft gegen seine Abschiebung
Parade-Lehrling soll Österreich verlassen
Einander gesucht und gefunden
Samstag, 30. Juni 2018
Protest in Schwechat gegen die Abschiebung nach Afghanistan
Protest gegen die Abschiebung nach Afghanistan
Über 100 Menschen haben sich in Pfarrkirche in Schwechat zusammen gefunden, um gegen Abschiebungen nach Afghanistan zu demonstrieren.
Bei der Protestaktion am Donnerstag, 28. Juni 2018, haben sich über 100 Menschen zusammengefunden, um ihre Stimme gegen die Abschiebungen nach Afghanistan zu erheben. Anlass dafür war die Abschiebung eines jungen Afghanen aus Schwechat in der gleichen Woche.
Afghanistan gilt in der Asylrechtssprechung Österreichs als sicheres Land. Zugleich gilt eine Reisewarnung für Österreicherinnen und Österreicher. Allein im Jahr 2017 waren 10.000 zivile Todesopfer bei bewaffneten Konflikten zu verzeichnen, so die Pfarre Schwechat gemeinsam mit dem Verein "Raum Schwechat hilft"in einem Protestschreiben .
Gemeinsam gedenken
Gemeinsam wurde am Donnerstag der 27 Menschen, die täglich in Afghanistan eines gewaltsamen Todes sterben, gedacht und bekräftigt, dass Afghanistan eindeutig kein sicheres Land ist.
"Die AsylwerberInnen, mit denen wir in Schwechat leben und arbeiten, wollen vor allem eines: ein Leben in Sicherheit, ohne Angst, den Weg in die Schule oder Arbeit überleben", so die Verantwortlichen weiter.
Kritik wird an der Dauer der langen Asylverfahren geübt. In dieser Zeit entstünden Freundschaften, Beziehungen und ein soziales Umfeld, aus dem die Menschen dann wieder heraus gerissen würden.
Die Pfarre Schwechat und der Verein "Raum Schwechat hilft" fordern rasche Asylverfahren, in denen die Situation in Herkunftsländern wie Afghanistan berücksichtigt wird und den sofortigen Stopp der Abschiebungen in diese Länder.
Erzdiözese Wien, 29.6.2018
Montag, 7. Mai 2018
Gemeinde kauft ehemaliges Flüchtlingsquartier in Oberschützen
Oberschützen
Parkplätze statt Flüchtlinge?
Grünen-Gemeinderat Wolfgang Spitzmüller ortet Geldverschwendung für geplante Parkplätze. Ortschef widerspricht.
Bei der Gemeinderatssitzung am Freitagabend wurde mehrheitlich beschlossen, dass das leer stehende Flüchtlingsquartier um 67.000 Euro von der Gemeinde gekauft wird. Wolfgang Spitzmüller schreibt in einer Aussendung, dass dort mit Gemeindegeldern Parkplätze errichtet werden sollen und kritisiert, dass die Gemeinde das Geld offenbar nur deshalb in die Hand nehme, damit dort keine Asylwerber mehr wohnen können. „In der Gemeinderatssitzung wurde relativ rasch klar, dass das Haus nur deshalb gekauft werden soll, damit dort keine Asylwerber mehr wohnen können“, spricht Spitzmüller von „Geldverschwendung“.
Er schätzt, dass Abriss und Stützmauer insgesamt wohl mehr als 100.000 Euro kosten werden, also „pro Stellplatz rund 10.000 Euro, mehr als zwölf Autos finden dort nämlich keinen Platz“, ärgert sich der Grüne Gemeinderat.
„Dieses Objekt hat für uns großen strategischen Wer"
Bürgermeister Hans Unger dazu: „Dieses Objekt hat für uns großen strategischen Wert. Es gibt im Ort sonst keine anderen Häuser oder Grundstücke zu kaufen, daher haben wir uns dazu entschlossen.“ Unger dementiert im Gespräch mit der BVZ auch die Behauptung von Spitzmüller, dass auf diesem Areal Parkplätze geplant sein sollen: „Das kann ich nicht bestätigen, weil wir derzeit noch überlegen, was an diesem Ort gebaut werden könnte.“
Quelle: BVZ, 5.5.2018
Parkplätze statt Flüchtlinge?
Grünen-Gemeinderat Wolfgang Spitzmüller ortet Geldverschwendung für geplante Parkplätze. Ortschef widerspricht.
Bei der Gemeinderatssitzung am Freitagabend wurde mehrheitlich beschlossen, dass das leer stehende Flüchtlingsquartier um 67.000 Euro von der Gemeinde gekauft wird. Wolfgang Spitzmüller schreibt in einer Aussendung, dass dort mit Gemeindegeldern Parkplätze errichtet werden sollen und kritisiert, dass die Gemeinde das Geld offenbar nur deshalb in die Hand nehme, damit dort keine Asylwerber mehr wohnen können. „In der Gemeinderatssitzung wurde relativ rasch klar, dass das Haus nur deshalb gekauft werden soll, damit dort keine Asylwerber mehr wohnen können“, spricht Spitzmüller von „Geldverschwendung“.
Er schätzt, dass Abriss und Stützmauer insgesamt wohl mehr als 100.000 Euro kosten werden, also „pro Stellplatz rund 10.000 Euro, mehr als zwölf Autos finden dort nämlich keinen Platz“, ärgert sich der Grüne Gemeinderat.
„Dieses Objekt hat für uns großen strategischen Wer"
Bürgermeister Hans Unger dazu: „Dieses Objekt hat für uns großen strategischen Wert. Es gibt im Ort sonst keine anderen Häuser oder Grundstücke zu kaufen, daher haben wir uns dazu entschlossen.“ Unger dementiert im Gespräch mit der BVZ auch die Behauptung von Spitzmüller, dass auf diesem Areal Parkplätze geplant sein sollen: „Das kann ich nicht bestätigen, weil wir derzeit noch überlegen, was an diesem Ort gebaut werden könnte.“
Quelle: BVZ, 5.5.2018
Samstag, 24. März 2018
Weiterbildung "Integration in der Region" am 11.4.
Das nächste Treffen im Rahmen des Projektes „Integration in der Region“ findet
am Mittwoch, den 11. April, um 16:00 Uhr
in der Frauenberatungsstelle in Oberwart (Prinz Eugenstraße 12) statt.
Das Thema wird sich mit den Möglichkeiten der Unterstützung – vor allem bei freiwilliger Rückkehr – befassen.
am Mittwoch, den 11. April, um 16:00 Uhr
in der Frauenberatungsstelle in Oberwart (Prinz Eugenstraße 12) statt.
Das Thema wird sich mit den Möglichkeiten der Unterstützung – vor allem bei freiwilliger Rückkehr – befassen.
Freitag, 23. März 2018
Schönborn für mehr Menschlichkeit bei Abschiebungen
Abschiebungen: Schönborn für mehr Menschlichkeit
Kardinal Christoph Schönborn hat am Freitag von der Politik erneut einen menschlicheren Umgang mit Flüchtlingen gefordert. Dabei bezog er sich auf einen aktuellen Fall.
Religion.orf.at
Abgeschoben
„Antworten“ von Kardinal Christoph Schönborn, in der Zeitung Heute, am Freitag, 23. März 2018.
Am vergangenen Samstag, 17. März 2018, wurden sie um 7h früh plötzlich und unangekündigt abgeholt. Aus dem Pfarrhof von Mitterarnsdorf im Bezirk Krems. Sechs Personen. Die Eltern und vier Kinder im Alter von 11, 8, 3 und 1 Jahren. Der Jüngste ist hier geboren. Die Familie Muashi sind Flüchtlinge aus Syrien. Täglich hören wir, wie schrecklich der Krieg dort weiterhin wütet. Kein Wunder, dass die Kinder vom Krieg traumatisiert sind, und auch die Eltern.
Die Familie Muashi war über die Balkanroute 2016 nach Österreich gekommen. Die Kinder sind bestens im Kindergarten und der Volksschule integriert. Unter der Bevölkerung ist der Schock groß. Enorme Betroffenheit und Unverständnis. Der Pfarrer: „Ich kann mich damit nicht abfinden, dass wir so mit Menschen umgehen!“
Es stimmt: nach dem Buchstaben des Gesetzes ist alles korrekt verlaufen. In Kroatien sind sie zum ersten Mal in ein EU-Land gekommen. Insofern entspricht die Abschiebung dem geltenden Recht. Ist sie damit auch menschlich? Was ist damit erreicht? Eine traumatisierte Familie wird noch einmal traumatisiert. Und viele Menschen bei uns sind traurig und enttäuscht. Ginge es nicht auch anders?
Quelle: Erzdiözese Wien
Samstag, 17. März 2018
Überkonfessioneller Kreuzweg für Menschenrechte am 17.3. in Oberwart
Ca. 40 Menschen trotzten dem schlechten Wetter - ja, sogar der Himmel betrauert die Situation! - und gingen von Station zu Station, hörten sich Gebete, Erklärungen und Kommentare an. Und stärkten sich nachher im Jugendzentrum der evangelischen Kirche. Ein herzliches Dankeschön an alle, die dabei waren.
Überkonfessioneller Kreuzweg für Menschenrechte
Eine Initiative von Einrichtungen unterschiedlicher Religionen und Weltanschauungen organisiert in Oberwart (Burgenland) am 17. März einen überkonfessionellen Kreuzweg für Menschenrechte.
Christen, Muslime, Menschen mit anderen Religionszugehörigkeiten sowie Menschen ohne religiöses Bekenntnis wollen diesen Kreuzweg für eine bessere Zukunft für alle begehen, hieß es in einer Aussendung dazu.
Die Organisatoren wenden sich damit gegen politische Tendenzen, die den Menschenrechten aus ihrer Sicht nicht gerecht werden. Sie weisen darauf hin, dass die Menschenrechte nicht nur für Österreicher oder nur für Ausländer gelten würden, sondern für alle Menschen auf der ganzen Welt. „Sie sind universell und nicht relativierbar.“
„Genug für alle da“
Die Menschenrechte seien die Basis für ein friedliches Zusammenleben zwischen Staaten sowie zwischen Staaten und Einzelpersonen. „Leider werden wir aktuell Zeugen einer schlimmen Entwicklung. Vielerorts werden die Menschenrechte nicht mehr eingehalten und unter dem fadenscheinigen Vorwand von ‚Sicherheit-und Sparzwängen‘ eingeschränkt“, so die Organisatoren, die sich neben der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte auch auf das Neue Testament berufen. „Es ist genug für alle da.“
„Ich war fremd und obdachlos...“
Der Kreuzweg wird als liturgische Prozession mit acht Stationen geplant, die Teilnahme steht allen offen. Getragen wird die Veranstaltung von der Franziskusgemeinschaft Pinkafeld, SOS-Mitmensch Burgenland, den Österreichischen Muslimen Oberwart, der evangelischen Pfarrgemeinde Oberwart, dem Forum Concentrum für politische, ethnische, kulturelle und soziale Ökumene Stadtschlaining, der katholischen Romapastorale, dem Verein Miteinander in Oberschützen und der Flüchtlingsinitiative Südburgenland.
Gemäß dem Neuen Testament: „Ich war fremd und obdachlos und ihr habt mich aufgenommen“ und: „Was ihr den geringsten meiner Brüder und Schwestern tut, das habt ihr mir getan“, (Matthäusevangelium (Mt 25)) und Artikel 1 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte: „Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geiste der Schwester- und Brüderlichkeit begegnen“ fordern die Organisationen eine humane und solidarische Politik für alle in Österreich lebenden Menschen. Jeder Mensch habe das Recht, die Menschenrechte zu genießen.
Kritik an Regierungspolitik
Menschenrechte und christliche Tradition seien das Fundament des europäischen Wertesystems. „Leider verlassen zahlreiche VerantwortungsträgerInnen aus Politik und Gesellschaft diese zutiefst humanistisch geprägte Grundhaltung: Sie feiern es als Erfolg, wenn die ‚Balkanroute gesperrt‘ und in weiterer Folge die Mittelmeerroute geschlossen wird, sodass letztendlich kein Flüchtling mehr Österreich erreichen kann“.
Diese Politiker hätten kein Problem damit, dass in Folge dieser Abwehrpolitik schutzsuchende Menschen auf ihrer Flucht sterben oder in KZ-ähnlichen Lagern außerhalb Europas eingesperrt würden. Für diese sei jede Hoffnung auf ein besseres Leben verloren.
„Nicht in unserem Namen“
„Viele in schamlosem Luxus lebende PolitikerInnen haben keine Skrupel, das ohnedies mickrige Existenzminimum(!) noch weiter zu senken. Mit verheerenden Folgen für die Betroffenen. Dazu sagen wir nein: Nicht in unserem Namen“, schreiben die Organisatoren. Die Verantwortungsträger hätten keine Bedenken, wenn es darum gehe, mit den Unterdrückerstaaten aus denen Menschen fliehen müssten, lukrative Geschäfte abzuwickeln. „Gegen diese zynische und zutiefst amoralische Haltung wehren wir uns.“ „Wir heißen Flüchtlinge willkommen und bemühen uns um mehr Respekt und gegenseitige Toleranz.“
Für die Veranstalter seien die christlichen Grundwerte und die Ziele der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte „kein bloßes Papier, das je nach Belieben befolgt wird, oder nicht“. Gerade in schwierigen Zeiten müsse sich deren Gültigkeit bewahrheiten. "Daher sagen wir Nein zu menschenfeindlicher Politik (Sozialabbau, Steuergeschenke für Reiche, Kürzungen für Arme, Überwachungsstaat, Grenzschließungen, militärische Flüchtlingsabwehr, menschenverachtende Abschiebungen, geplante Zwangsarbeit, fehlende Integrationspläne etc.).
Quelle: religion.ORF.at
Überkonfessioneller Kreuzweg für Menschenrechte
Eine Initiative von Einrichtungen unterschiedlicher Religionen und Weltanschauungen organisiert in Oberwart (Burgenland) am 17. März einen überkonfessionellen Kreuzweg für Menschenrechte.
Christen, Muslime, Menschen mit anderen Religionszugehörigkeiten sowie Menschen ohne religiöses Bekenntnis wollen diesen Kreuzweg für eine bessere Zukunft für alle begehen, hieß es in einer Aussendung dazu.
Die Organisatoren wenden sich damit gegen politische Tendenzen, die den Menschenrechten aus ihrer Sicht nicht gerecht werden. Sie weisen darauf hin, dass die Menschenrechte nicht nur für Österreicher oder nur für Ausländer gelten würden, sondern für alle Menschen auf der ganzen Welt. „Sie sind universell und nicht relativierbar.“
„Genug für alle da“
Die Menschenrechte seien die Basis für ein friedliches Zusammenleben zwischen Staaten sowie zwischen Staaten und Einzelpersonen. „Leider werden wir aktuell Zeugen einer schlimmen Entwicklung. Vielerorts werden die Menschenrechte nicht mehr eingehalten und unter dem fadenscheinigen Vorwand von ‚Sicherheit-und Sparzwängen‘ eingeschränkt“, so die Organisatoren, die sich neben der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte auch auf das Neue Testament berufen. „Es ist genug für alle da.“
„Ich war fremd und obdachlos...“
Der Kreuzweg wird als liturgische Prozession mit acht Stationen geplant, die Teilnahme steht allen offen. Getragen wird die Veranstaltung von der Franziskusgemeinschaft Pinkafeld, SOS-Mitmensch Burgenland, den Österreichischen Muslimen Oberwart, der evangelischen Pfarrgemeinde Oberwart, dem Forum Concentrum für politische, ethnische, kulturelle und soziale Ökumene Stadtschlaining, der katholischen Romapastorale, dem Verein Miteinander in Oberschützen und der Flüchtlingsinitiative Südburgenland.
Gemäß dem Neuen Testament: „Ich war fremd und obdachlos und ihr habt mich aufgenommen“ und: „Was ihr den geringsten meiner Brüder und Schwestern tut, das habt ihr mir getan“, (Matthäusevangelium (Mt 25)) und Artikel 1 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte: „Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geiste der Schwester- und Brüderlichkeit begegnen“ fordern die Organisationen eine humane und solidarische Politik für alle in Österreich lebenden Menschen. Jeder Mensch habe das Recht, die Menschenrechte zu genießen.
Kritik an Regierungspolitik
Menschenrechte und christliche Tradition seien das Fundament des europäischen Wertesystems. „Leider verlassen zahlreiche VerantwortungsträgerInnen aus Politik und Gesellschaft diese zutiefst humanistisch geprägte Grundhaltung: Sie feiern es als Erfolg, wenn die ‚Balkanroute gesperrt‘ und in weiterer Folge die Mittelmeerroute geschlossen wird, sodass letztendlich kein Flüchtling mehr Österreich erreichen kann“.
Diese Politiker hätten kein Problem damit, dass in Folge dieser Abwehrpolitik schutzsuchende Menschen auf ihrer Flucht sterben oder in KZ-ähnlichen Lagern außerhalb Europas eingesperrt würden. Für diese sei jede Hoffnung auf ein besseres Leben verloren.
„Nicht in unserem Namen“
„Viele in schamlosem Luxus lebende PolitikerInnen haben keine Skrupel, das ohnedies mickrige Existenzminimum(!) noch weiter zu senken. Mit verheerenden Folgen für die Betroffenen. Dazu sagen wir nein: Nicht in unserem Namen“, schreiben die Organisatoren. Die Verantwortungsträger hätten keine Bedenken, wenn es darum gehe, mit den Unterdrückerstaaten aus denen Menschen fliehen müssten, lukrative Geschäfte abzuwickeln. „Gegen diese zynische und zutiefst amoralische Haltung wehren wir uns.“ „Wir heißen Flüchtlinge willkommen und bemühen uns um mehr Respekt und gegenseitige Toleranz.“
Für die Veranstalter seien die christlichen Grundwerte und die Ziele der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte „kein bloßes Papier, das je nach Belieben befolgt wird, oder nicht“. Gerade in schwierigen Zeiten müsse sich deren Gültigkeit bewahrheiten. "Daher sagen wir Nein zu menschenfeindlicher Politik (Sozialabbau, Steuergeschenke für Reiche, Kürzungen für Arme, Überwachungsstaat, Grenzschließungen, militärische Flüchtlingsabwehr, menschenverachtende Abschiebungen, geplante Zwangsarbeit, fehlende Integrationspläne etc.).
Quelle: religion.ORF.at
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